CBD-Lizenz beantragen – so geht's:

Sie möchten CBD-Händler werden und fragen sich nun, ob das einfach so geht? Die Frage ist berechtigt, denn CBD ist ein Nebenprodukt der Hanfpflanze – die in vielen Ländern nicht nur als Nutzpflanze angebaut wird und durch ihre berauschenden Eigenschaften in Verruf geraten ist. Wie ist das in Deutschland? Was hat CBD überhaupt mit Hanf […]
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Florian Glass
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Darum sollten sie eine cbd lizenz beantragen

Sie möchten CBD-Händler werden und fragen sich nun, ob das einfach so geht? Die Frage ist berechtigt, denn CBD ist ein Nebenprodukt der Hanfpflanze – die in vielen Ländern nicht nur als Nutzpflanze angebaut wird und durch ihre berauschenden Eigenschaften in Verruf geraten ist. Wie ist das in Deutschland? Was hat CBD überhaupt mit Hanf zu tun? Und muss ich als angehender Händler eine CBD-Lizenz beantragen? Welche Anforderungen muss ich dafür erfüllen? Fragen über Fragen. Antworten erhalten Sie hier.

Zuallererst: Hanf ist nicht gleich Hanf. Die Pflanze hat vielfältige Anwendungsbereiche, die von Tierfutter über Fasern für Stoff und Kleidung bis hin zu Baumaterial und sogar Nahrungsmitteln für Menschen reicht. Hier sprechen wir vom reinen Nutzhanf, der nichts mit dem Rauschmittel zu tun hat, das hierzulande auch einfach nur als Cannabis bekannt ist. Es handelt sich zwar um die gleiche Pflanze, jedoch produzieren ausschließlich die weiblichen Pflanzen Blütenstände mit Wirkstoffen wie THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol). Die weiblichen Pflanzen sind also auch diejenigen, um die es geht, wenn man sich über das Beantragen von CBD-Lizenzen, die Rechtslage und die Abgabe an Privatpersonen informieren möchte. Heute klären wir auf, ob und wofür genau man eine CBD-Lizenz beantragen muss.

Kontrollierte Abgabe von Cannabis vs. CBD-Lizenz

Grundsätzlich fällt Cannabis unter das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Das bedeutet: Der Verkauf ist erstmal verboten. Hierfür gibt es jedoch Ausnahmen: Die Abgabe von Cannabis ist unter bestimmten Umständen erlaubt – der legale Verkauf von Cannabisprodukten für medizinische Zwecke in Deutschland ist zum Beispiel gestattet und seit dem 1. April 2024 ist auch kein BTM-Rezept dafür mehr nötig. Deshalb kann man sich Cannabis auch offiziell verschreiben lassen, zum Beispiel bei bestimmten psychischen Erkrankungen oder als alternative Schmerztherapie. Man kann dieses Rezept dann in der Apotheke einlösen und medizinisches Cannabis erhalten. Um Cannabis für medizinische Zwecke abzugeben, müssen jedoch spezielle Lizenzen und Genehmigungen von den zuständigen Behörden eingeholt werden. Aber Achtung: Bei medizinischem Cannabis handelt es sich immer um THC-reiches Cannabis, also mit psychoaktivem Wirkstoff.

CBD ist ebenfalls eine der vielen Verbindungen, die in der Cannabispflanze vorkommen. Im Gegensatz zu THC hat CBD jedoch keinerlei psychoaktive Eigenschaften und verursacht daher keine Rauschzustände. In Deutschland ist der Verkauf von CBD-Produkten mit einem THC-Gehalt von unter 0,2 % legal, solange sie den geltenden rechtlichen Anforderungen entsprechen, einschließlich der Kennzeichnung, Verpackung und Qualitätskontrolle. Hierfür ist es dann auch nicht notwendig, eine CBD-Lizenz zu beantragen, vorausgesetzt, die rechtlichen Vorgaben sind erfüllt. Wie sieht das nun beim Verkauf von Cannabis aus?

Cannabis verkaufen in lizenzierten Geschäften

Wenn es sich nicht um CBD, sondern den psychoaktiven Wirkstoff THC (also Cannabis) handelt, ist der Verkauf in Deutschland nicht ohne weiteres möglich, sondern unterliegt strengen rechtlichen Vorschriften. Unter anderem muss man hier sehr wohl – im Gegensatz zu CBD – eine Lizenz beantragen. Folgende Aspekte sollten Sie beachten und prüfen:

Rechtliche Anforderungen: Recherchieren Sie gründlich die aktuellen Gesetze und Vorschriften in Deutschland bezüglich des Verkaufs von Cannabis. Diese Bestimmungen ändern sich jedoch auch von Zeit zu Zeit und die Legalisierung von Cannabis ist immer wieder auch ein Thema in der Politik. Seit dem 1. April 2024 wurden die Bestimmungen zum ersten Mal deutlich gelockert und sowohl Besitz als auch Anbau sind in bestimmten Mengen für Privatpersonen (also nicht zu kommerziellen Zwecken) gestattet.

Betriebserlaubnis: Wenn Sie planen, Cannabis für medizinische Zwecke zu verkaufen, müssen Sie eine Betriebserlaubnis von den zuständigen Behörden erhalten. Dies kann je nach Bundesland und Art des geplanten Geschäfts unterschiedlich sein.

Anforderungen für den Verkauf von Medizinalhanf: Der Verkauf von Medizinalhanf oder Cannabisprodukten unterliegt bestimmten Anforderungen und Standards in Bezug auf Herstellung und Lagerung. Da es sich hier um ein medizinisches Produkt handelt, müssen Sie außerdem alle Regelungen für den Verkauf von Arzneimitteln erfüllen. Dies umfasst unter anderem die Einhaltung der Good Manufacturing Practice (GMP) Standards.

Gesetzliche Vorschriften: Sorgen Sie unbedingt dafür, dass Sie alle geltenden Gesetze und Vorschriften einhalten, einschließlich des Jugendschutzes, der Kennzeichnungsvorschriften und anderer rechtlicher Bestimmungen für den Verkauf von Cannabisprodukten.

Eine Lizenz für den CBD-Verkauf mag nicht erforderlich sein, doch dafür müssen Sie sich umso genauer mit den Anforderungen für den Verkauf von psychoaktiven Cannabispflanzen auseinandersetzen. Missachtung oder ungenaue Einhaltung von Vorschriften kann Sie hier teuer zu stehen kommen. Sie sollten sich also unbedingt rechtzeitig überlegen, welche Produkte genau Sie führen möchten, da hiervon abhängig ist, welche rechtlichen Schritte Sie gehen müssen.

CBD verkaufen – also ohne Lizenz?

Nein, in Deutschland ist es nicht notwendig, eine CBD-Lizenz zu beantragen. Aber: Das Gleiche gilt nicht unbedingt auch für andere Länder. Andere Länder, andere Vorschriften; sollten Sie also vorhaben, Ihre CBD-Produkte auch in andere Länder zu versenden, müssen Sie sich mit den hiesigen Regelungen beschäftigen. In den USA zum Beispiel ist es notwendig, eine CBD-Lizenz zu beantragen, bevor Sie den Verkauf starten können.

Darüber hinaus können Händler auch lokale Genehmigungen oder Lizenzen benötigen, je nachdem, wo ihr Geschäft ansässig ist und wie es betrieben wird. Es ist ratsam, sich vor Beginn des CBD-Verkaufs über die spezifischen rechtlichen Anforderungen und Bestimmungen in der jeweiligen Gerichtsbarkeit zu informieren und gegebenenfalls rechtlichen Rat einzuholen, um sicherzustellen, dass alle Vorschriften akribisch eingehalten werden.

CBD-Lizenz in Deutschland: Welche Anforderungen muss ich erfüllen?

Es besteht in Deutschland keine Notwendigkeit, eine CBD-Lizenz zu beantragen; dennoch fällt die Regulierung von CBD-Produkten teilweise unter das Arzneimittelgesetz (AMG) und das Betäubungsmittelgesetz (BtMG), sowie unter die Verordnung für neue Lebensmittel (Novel Food Verordnung) der Europäischen Union. Um CBD-Produkte in Deutschland legal zu verkaufen, müssen Händler also sicherstellen, dass ihre Produkte bestimmte rechtliche Anforderungen erfüllen:

  • THC-Gehalt: CBD-Produkte jedweder Art (Vapes, Blüten etc.) dürfen in Deutschland einen THC-Gehalt von 0,2 % nicht überschreiten. Produkte, die einen höheren THC-Gehalt aufweisen, gelten als Betäubungsmittel und unterliegen den strengen Vorschriften des BtMG.
  • Kennzeichnung und Verpackung: CBD-Produkte müssen klar und deutlich gekennzeichnet sein, einschließlich Angaben zu Inhaltsstoffen, Herstellerinformationen und dem THC-Gehalt. Die Verpackung muss den geltenden Vorschriften entsprechen und sicherstellen, dass das Produkt vor äußeren Einflüssen geschützt ist.
  • Qualitätskontrolle: Händler müssen sicherstellen, dass ihre CBD-Produkte den geltenden Qualitätsstandards entsprechen und keine Verunreinigungen enthalten. Dies kann durch regelmäßige Laboranalysen und Zertifizierungen sichergestellt werden.
  • Gesundheitsbezogene Aussagen: Händler dürfen keine gesundheitsbezogenen Aussagen über CBD-Produkte machen, die nicht durch wissenschaftliche Beweise gestützt werden. Jegliche Werbung oder Kennzeichnung von CBD-Produkten muss den geltenden gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.

Muss man eine Lizenz beantragen, um CBD zu verkaufen? – Fazit

Die kurze Antwort: ein klares Nein. Auch, wenn es bestimmte Regelungen zu beachten gibt, muss für den CBD-Verkauf keine Lizenz beantragt werden. Es steht Ihnen also nichts im Wege, wenn Sie CBD-Händler werden möchten. Unsere Empfehlung: Egal, ob es um den Verkauf von THC oder das Beantragen von CBD-Lizenzen geht – setzen Sie sich nicht nur einmalig mit dem Thema auseinander. Die Bestimmungen haben sich noch nie so schnell geändert wie in der heutigen Zeit und auch, wenn Sie heute alle Vorschriften einhalten, kann es morgen schon neue geben.

CBD-Händler zu werden erfordert also unter anderem die ständige und strenge Kontrolle der eigenen Produkte, Lieferketten und auch der aktuell geltenden Regelungen. Aber: Auch, wenn es ein anstrengendes Unterfangen sein kann, ist es mindestens ebenso erfüllend, denn die Anwendungsmöglichkeiten der Hanfpflanze sind vielfältig und faszinierend – ob als CBD-Öl oder Kosmetikprodukt. Lassen Sie sich also von Themen wie dem Beantragen von CBD-Lizenzen nicht abschrecken.

Sie haben noch mehr unbeantwortete Fragen? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir sind nicht nur ein CBD-Großhandel, sondern helfen angehenden Händlern gerne auch in beratender Funktion dabei, ihr Start-up zum Erfolg zu bringen.

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Geschrieben von
Florian Glass
Belesener Gründer, Ruhepol und kritischer Denker. Elektronischer Typ und Computern ebenwürdig bis überlegen. Er hat Arvaloo gemeinsam mit seinem Partner Lukas 2019 gegründet.
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